Ein Levitron nachzubauen gelingt nicht nur in Korschenbroich. Hier ist ein Bericht von Andreas Oeder, der Abiturient in Bayern ist.
Ich bin Schüler der 13. Klasse am König-Karlmann-Gymnasium Altötting. Für meine
Facharbeit "Schweben im magnetischen Feld" hatte ich mir vorgenommen, ein Objekt
zum Schweben zu bringen. Nachdem bereits mehrere Versuche an der technischen
Durchführbarkeit und meinem schmalen Budget gescheitert waren, bin ich durch
Zufall auf dieser Seite hier gelandet und war sofort begeistert von der offensichtlich
sehr einfachen Möglichkeit, das Schwebe-Problem zu bewältigen. Dank der
Hilfsbereitschaft von Herrn Dr. Heiß (heißen Dank :-) ) konnte ich mich bald schon
daran machen, den Versuch selbst nachzuvollziehen.
Als Basis diente bei dem verwendetem Aufbau ein großer Ringmagnet (7,2 cm
Außendurchmesser, 3,2 cm Innendurchmesser und 1,5 cm Höhe) Als Kreisel
benutzte ich einen kleineren Ringmagneten mit etwa 2 cm Durchmesser.Als Kreiselachse
diente eine Plastikschraube. Zunächst versuchte ich gänzlich ohne Erfolg ein Ergebnis zu
erzielen. Der Grund war jedoch schnell behoben: Die Magnete waren verkehrt herum
angeordnet. Danach gelang es mir schnell, den Kreisel zum Drehen (nicht Schweben) zu
bekommen.
Bis zum eigentlichen Schweben mußte ich dann noch ein paar Veränderungen am
Aufbau vornehmen. Wie mir Herr Heiß mitgeteilt hatte, war die Magnetisierung der
Basis etwas zu schwach, so dass sie noch verstärkt werden mußte. Das geschah
dann mit dem Deckel einer Dropsdose, der aus Eisenblech bestand.. Durch Dias,
die man zwischen Deckel und Basismagnet schiebt, konnte man nun die Magnetisierung
sehr gut regeln.Um beim Start einen günstigen Abstand zur Basis zu haben, stellte sich bald
die Verwendung einer (Maxi)-CD Hülle als passend heraus.
Nachdem Magnetisierung und Kreisel etwa aufeinander abgestimmt waren, war ich
schon soweit, dass der Kreisel kurzzeitig abhob, aber dann sehr rasch zur Seite
wegrutschte. Und so justierte ich zum einen die "Basisplattform" mit ein paar
Blatt Papier in die Waagrechte, zum anderen erwärmte ich den Kreisel etwas in
der Hand - ich hatte gehört, dass die Temperatur eine wichtige Rolle in diesem
Versuch spielt.
Nach etwa zwei Stunden herumprobieren war es dann soweit, ein erhebender Moment!
Der Kreisel hob ab, blieb wie von Geisterhand gehalten in der Luft hängen und
das fast eine Minute lang! Später gelangen mir sogar zwei Minuten.
Ich fand es sehr spannend, den Levitron nachzubauen und wenn am Schluß dann
alles klappt ist man für die Tüftelei und den zeitweiligen Frust davor mehr als entschädigt.